Bagnaia triumphiert bei der „100km dei Campioni“, während Marquez den Blick auf 2026 richtet
Während die MotoGP-Welt offiziell in der Winterpause verweilt, wurde im „Motor Ranch“ von Valentino Rossi in Tavullia ordentlich Gas gegeben. Francesco „Pecco“ Bagnaia und Augusto Fernandez sicherten sich den Sieg bei der 11. Auflage der prestigeträchtigen „100km dei Campioni“. In einem spannungsgeladenen Bewerb, der über fünfzig Runden auf dem anspruchsvollen Schotterkurs führte, setzten sich der Ducati-Weltmeister und der Yamaha-Testpilot gegen starke Konkurrenz durch. Das Duo verwies die Paarung Diogo Moreira und Federico Fuligni sowie das Team Matteo Patacca und Luca Marini auf die Plätze zwei und drei.
Dramatik in den Schlussrunden in Tavullia
Lange Zeit kontrollierten Bagnaia und Fernandez das Geschehen, doch die Entscheidung fiel erst in den letzten fünf Umläufen nach dem finalen Fahrerwechsel. Luca Marini, der als schnellster Mann im Feld galt, blies zur Aufholjagd, leistete sich jedoch beim Versuch, Bagnaia zu überholen, einen entscheidenden Fehler. Dieser Patzer erlaubte es der Nummer 63, die letzte Runde ohne weiteren Druck zu absolvieren und den Sieg gemeinsam mit dem spanischen Kollegen zu feiern. Marini, der den Bewerb im Vorjahr gewonnen hatte, musste sich heuer mit dem dritten Rang auf dem Stockerl begnügen. Pedro Acosta und Senna Agius landeten auf dem vierten Platz, noch vor dem Duo Baltus/Chareyre.
Pech für Miller und Rossi
Ein bitterer Nachmittag war es hingegen für Jack Miller. Der Australier lag gemeinsam mit Lorenzo Baldassarri aussichtsreich im Kampf um den Sieg, ehe technische Probleme ihn zur Aufgabe zwangen – eine klassische „technische K.o.“-Situation. Auch für den Hausherren Valentino Rossi lief das Hauptrennen nicht nach Plan; ein schwieriger Start seines Partners Mattia Casadei verhinderte eine Top-Platzierung. Ein Trostpflaster gab es für den „Dottore“ dennoch: Er entschied die Premiere des Sprint-Rennens für sich, noch vor seinem Bruder Luca und Elia Bartolini. Glück im Unglück hatte Mattia Pasini, der im Sprint schwer stürzte, aber via Social Media rasch Entwarnung gab und sich bei den Ärzten bedankte.
Marquez genießt den neunten Titel und warnt vor der Konkurrenz
Fernab vom Schotter in Tavullia genießt Marc Marquez seine wohlverdienten Ferien nach dem Gewinn seines neunten Weltmeistertitels. Der Spanier nutzt die Zeit nicht nur zur Erholung, sondern arbeitet auch intensiv an der Rehabilitation nach seiner in Mandalika erlittenen Verletzung. Doch der Blick des Katalanen ist bereits scharf auf die kommende Saison und das Jahr 2026 gerichtet. Es steht eine Spielzeit bevor, die durch die anstehende technische Revolution 2027 und einen voraussichtlich explosiven Fahrermarkt eine besondere Brisanz erhalten wird.
Die Konkurrenz schläft nicht
In einem Interview mit MotoGP.com mahnt der „Cabroncito“ zur Vorsicht und betont, dass sich Ducati keinesfalls auf den Lorbeeren ausruhen dürfe. „Aprilia wächst stark, KTM wird immer besser und Honda hat von der ersten Saisonhälfte bis zum Ende gewaltige Schritte gemacht“, analysiert Marquez die Lage nüchtern. Genau aus diesem Grund müsse man im Werksteam weiter hart pushen. Marquez sieht es als seine Aufgabe, die Konzentration im Team aus Borgo Panigale hochzuhalten, und verweist dabei auf die Qualitäten seines Teamkollegen Bagnaia.
Loblied auf Bagnaia und Dank an Dall’Igna
„Seine Geschwindigkeit ist da und wird immer da sein“, streut Marquez seinem Stallgefährten Rosen. Er erinnert dabei an Peccos Leistung in Motegi, wo dieser mit einem Doppelsieg und 37 Punkten etwas Spezielles vollbrachte, an das selbst Marquez nicht herankam. Der Spanier ist überzeugt, dass Bagnaia nach einer komplizierten Saison spätestens bei den Tests in Malaysia wieder sein Top-Niveau erreichen wird, was für die Weiterentwicklung der Desmosedici essenziell sei. Abschließend zeigt sich Marquez demütig gegenüber seinem Arbeitgeber: „Ich bin bei Ducati, im besten Team mit dem besten Motorrad.“ Sein besonderer Dank gilt Rennsport-Chef Gigi Dall’Igna für das Vertrauen, ihn ins Werksteam geholt zu haben – eine Entscheidung, die Marquez nun mit Leistung und Loyalität zurückzahlt.